Braunkohlequatsch

Erstaunlich. Politiker und Bürger argumentieren dieser Tage viel, dass Elekroautos in der Breite umweltschädlich und unrealistisch wären, der Strom müsse ja irgendwoher kommen und dann wäre es Braunkohlestrom. Braunkohle? Fantasielos.

Ich möchte hier aufzeigen, dass das kompletter Blödsinn ist. Wenn ich Verschwörungstheoretiker wäre, käme ich noch auf andere Ideen, aber ich denke es ist kleingeistiger, von Lobbyisten diktierter, kurzsichtig gedachter Quatsch.
Um vorwegzugreifen: ich bin der Meinung dass Elektroautos sehr wohl mit regenerativen Energie betrieben werden können und dass die Bürger bzw. Besitzer dabei sogar eine Menge Geld sparen können.

Zunächst, die Personen scheinen keine Ahnung zu haben wovon sie reden, schon gar nicht von Physik.
Ein paar Gedanken, die das illustrieren:

  • Würden alle Autos in Deutschland mit Strom fahren, der Anteil der Autos am Stromverbrauch der Deutschen wäre ca 20%. Also eine Größenordnung die nicht komplett schockt, vor allem da wir in vielen anderen Bereichen auch Energie bzw. Strom sparen könnten. Und leider passiert das ja nicht über Nacht. Wir haben nicht mal die 1% geknackt.
  • Elektroautos sind effizienter: Ein Elektroauto braucht zwischen 12 und 23kW/h pro 100km – und das sind die realistischen Werte, nicht die Dieselverbauchswerte im Katalog. Umgerechnet in Benzin oder Diesel entspricht das 1 – 2l pro 100km. Das liegt auch daran, dass Elektroautos Energie zurückgewinnen, falls der Fahrer die Geschwindkeit reduziert, also bremst. Ein Auto bei dem der Tank beim Rollen voller wird. Bis zu 1/3 der Energie wird so zurückgewonnen. Bei einem Diesel/Benziner bleibt nichts außer Wärme und abgenutzte Bremsscheiben. Auch sind Otto/Dieselmotoren nie gleich ineffizient – je nach Drehzahlbereich schlecht oder ganz schlecht. Paradoxerweise erzielt man gerade im Stadtverkehr die niedrigen Verbrauchswerte.

Die andere traurige Einsicht betrifft die Kurzsichtigkeit vieler Politiker, den Lobbyisten kann ich sie ja nicht vorwerfen, das ist ihr Job: Aber Politiker sollten unsere Gesellschaft in die Zukunft führen.

Bedenken nennen sie nämlich auch bei der Wind- und Solarenergie: “wir können den Strom ja nicht speichern”.

Merkt ihr was? Genau: 40 Millionen Elektro-Kfz könnten 1600 Megawattstunden Strom speichern (bei 40kW/h Batterien im Durchschnitt). Und diese Kfz stehen die meiste Zeit.
Auf vielen der Dächer der Einfamilienhäuser oder auch Doppelhaushälften lassen sich Solarzellen (Photovoltaik) installieren, die genügend Energie für 2-3 Autos liefern, die damit pro Jahr 20.000km fahren können. Grob 15qm Solarfläche (eine Parkfläche) pro Auto reichen. Und es ist keineswegs so, dass wir die Republik mit Photovoltaik zupflastern müssten. Aber würden wir das machen – es wäre eine Fläche von 25km x 25 km reicht. Aber keine Angst, es gibt genügend Gebäude und natürlich andere regenerative Energieträger.

Zu den Kosten – genau, das kommt dann immer als nächstes. Das Schimme: Mit dem Argument “das können sich normale Bürger nicht leisten”: eine solche Anlage kostet um die €15.000 und hält min. 30 Jahre. 30 Jahre bei aktuellen Dieselpreisen mit 6l/100km verfahren kostet bei 20.000km um die 50.000€. Selbst wenn man tagsüber nicht zu Hause ist und man deswegen nicht tanken kann solange die Sonne scheint, würde sich noch ein Stromspeicher für weiter €10.000 locker lohnen. Der speichert den Strom zwischen und wenn das Auto da ist, lädt man mit dem Speicher das Auto. Die haben einen Wirkungsgrad von 95%. Wer das Geld nicht hat – es gibt Darlehn und Förderung von der KfW. Nun, statt das Geld zu sparen investieren die Bürger der heutigen Realität weiter in die Automobilindustrie und bezahlen brav Steuer auf Treibstoff.

Der Hurrikane Harvey in Housten ist wirklich nicht schön. Vermehrte Umweltphänomene wie ihn sehen wir dank Klimaerwärmung wahrscheinlich häufiger. Umso wichtiger ist es CO2-Emissionen einzudämmen. Da dies weder ein technisches, noch ein ökonomischens Problem zu sein scheint, ist das wahre Problem hier zu suchen: “Bewahrer”, die lieber verdrängen, oder denen Lobbyverbände wichtiger sind, als das Wohl der Bürger.
Das rächt sich mehrfach: natürlich an der Umwelt, aber auch bei den Jobs. Denn je länger wir das Thema Elektromoblität verschlafen, vor uns herschieben, umso unwahrscheinlicher wird es, dass eine der großen deutschen Branchen konkurrenzfähig bleibt. VW, Mercedes und BMW sind die Nokias von morgen. Vor Überheblichkeit strotzend und aus Investionsscheu, mangelnder Risikobereitschaft gelähmt. Und unsere Politiker und wir Bürger/Wähler sind deren Gehilfen.
Zeit, das zu ändern.

Podcastkonsum

Wer viel radelt hat viel Zeit, zum Beispiel auch um Podcasts zu hören. Natürlich unter Einhaltung der Verkehrsregeln. Ich war überrascht was das angeht. Ich vermutete es sei generell verboten Kopfhörer zu tragen. Dieser Artikel (Die Welt) oder ADFC klärt auf: Es kommt auf die Lautstärke an. Aber Gesetz hin oder her – man will weder sich noch andere gefährden und so empfehle ich nur einen Stöpsel im Ohr zu haben und mit dem anderen ein Ohr für den Verkehr zu haben. Ich trage einen von Mpow – kostet €20 und hält auch Regen aus und hat einfache Funktionen für die Fernbedienung (Start / Stopp, Laut / Leise). Selbst telefonieren ist unter Einschränkungen möglich (Windgeräusche). Ich hatte auch AfterShokz getestet, die übertragen den Ton ohne Stöpsel im Ohr, sondern durch Vibrationen bzw. die Übertragung der Schallwellen auf die Wangenknochen. Ich fand den ständigen Druck aber sehr unangenehm.

Nun, Podcasts gibt es viele, ebenso Player. Zu Android kann ich wenig sagen, aber die iOS App von Downcast gefällt mir ganz gut. Man kann sich bezüglich Podcasts an den Charts orientieren. Hier ist eine Auswahl an meinen Lieblingspodcasts:

  • Methodisch Inkorrekt: Nicolas und Reinhard stellen jede Woche mehrere Papers aus Wissenschaft bzw. Forschung vor. Das ist nicht nur sehr lehrreich und bildend. Es ist vor allem auch unglaublich lustig. Man muss wirklich kein Physiker sein. Wenn ich hin und wieder lachend durch die Stadt radel – das ist der Grund.
  • Freakshow, Tim, Dennis, Huks, Roddi, Clemens und Co diskutieren alle 2 Wochen, was sich rund um Tech-Themen bei Apple, ZFS und Strickmaschinen so tut.
  • This American Life (Englisch): Mit unseren amerikanischen Freunden ist es derzeit nicht so einfach. Wenn ich den guten Recherchen zuhöre schöpfe ich Hoffnung: Es gibt nicht nur Trump und dessen Wähler. Breite Features zu gesellschaftlichen Themen.
  • Omegatau: Wissenschaft und Technik, viel über Fliegerei und Raumfahrt
  • Fanboys, noch ein bisschen mehr rund um Apple und Gaming.
  • Hoaxilla, deckt Mythen, Esoquatsch oder Urban Legends auf.
  • Young in the 80ies. Ja, ich bin ein Kind der 80er und der Podcast ist eine Zeitmaschine in die nicht ganz so schlimme Zeit.

Natürlich kann man auch Nachrichten hören. Gerade aus dem öffentlich rechtlichen Rundfunk gibt es viele gute Produktionen. Aber der Spaßfaktor kommt da manchmal zu kurz.

Viel Spaß, und schickt mir gern Empfehlungen zum Reinhören auf Twitter, @vinzgreg

Mehr Helm tragen

Es gibt endlos philosophische Diskussionen, ob der Helm mehr Sicherheit bietet oder nicht. Ich denke dann immer an den einen Bekannten, bei dem sich das Vorderrad aus der Gabel verabschiedet hat – war nicht so gut. Aber der Helm hat wohl ein Leben gerettet.

Am Freitag traf ich einen frisch verunglückten Radler auf der Kennedy-Brücke an, sein Rad lag auf dem Radweg und er krümmte sich vor Schmerzen. Ich hatte erst nicht verstanden, wie man mitten auf der Brücke im Nichts einen Unfall haben konnte. Seine Gabel war gebrochen – einfach so. Natürlich fragte ich ihn erst mal, ob alles klar ist, außer blauen Flecken schien alles ok. Ich sah mir die Gabel an und war echt verdutzt, das erschüttert das Vertrauen ins Material schon ein wenig. In so einer Situation würde ich es ehrlich gesagt einfach nicht darauf ankommen lasse, oder? Also – lieber mit. Schaden tut es nicht. Und ich bin nochmal beruhigter, dass ich nur ein Stahlrad fahre. Das bricht nicht einfach mal so, da fahre ich lieber ein paar Kilo mehr durch die Stadt.

Feinstaub

Die CDU hadert mit dem Thema Fahrverbot in Städten bei Überschreitungen beim Feinstaub. Verwunderlich ist das nicht. Aber als Fahrradfahrer fällt es schwer das zu verstehen, oder ich sollte wohl lieber akzeptieren sagen. Schließlich helfen wir Radler, die Belastung zu verringern, leiden aber an den Konsequenzen mehr als die Autofahrer, die schön in Ihrer Blechkiste sitzen. In Stuttgart wurde der Grenzwert in diesem Jahr 41 Mal überschritten (Umweltbundesamt), das Tagesmittel liegt bei 41µg, die WHO sieht den Grenzwert bei 20µg. Und dennoch werden Dieselfahrzeuge quasi subventioniert (47,04 Cent Diesel verglichen mit 65,45 Benzin). Ist dem Autofahrer wohl nicht zumutbar… Andere Länder sind da weiter. Die Fahrverbote würden die Probleme vielleicht nicht wirklich lösen, aber transparenter machen und den Umstieg auf ÖPN oder Elektro (oder Fahrrad) sicherlich beschleunigen.

Trump ist noch nicht das Ende

Trump ist schlimm. Noch schlimmer ist die Aussicht, dass ähnliches bei uns in Deutschland passieren kann. Es gibt viele Parallelen. Das ist mir auch aufgefallen, als ich letztens ‘This American Life’ hörte, ein Podcast in dem geschildert wurde, wie verloren sich einige Republikaner fühlen, da Bürger sich für rassistische Vorhaben begeistern lassen und erwarten, dass ihre Partei diese Richtung vertritt, so wie Trump.

Populisten nähren Angst, Hass und Fremdenfeindlichkeit, aufbauend auf einem Konstrukt aus Lügen und Desinformation. Dagegen sind auch wir in Europa nicht immun: Pegida und AfD zeigen das – oder Brexit. Eine Strategie sich davon zu distanzieren klingt vertraut: Das haben einige Republikaner auch mit Trump versucht. Sich als Elite zu distanzieren ist keine Lösung, sie befeuert die Trotzreaktion um so mehr. Siehe Hillary.
Ich hoffe, dass die deutschen Parteien, die Medien und die Gesellschaft den Kurs wechseln und mehr zuhören. Anstatt die Debatten und Ängste zu ignorieren müssen wir uns damit auseinandersetzen. Und das heißt wirklich nicht eine Grenze bei der Zuwanderung. Dass die Ängste nicht begründet sind ist kein Argument das funktioniert, leider. Das zeigt auch Mecklenburg-Vorpommern, ein Bundesland mit einem Ausländeranteil von 3.7%, dem zweit niedrigsten im Bund. Ansonsten wird die AfD eine Mehrheit im Bundestag haben – das fände ich noch beängstigenderer als ein Amerika mit Trump. Und nach der Wahl zu reagieren klingt schon jetzt nach einem hilflosen Unterfangen.
Warum gehen junge Wähler nicht wählen und bilden einen Gegenpol? Warum scheint die Bevölkerung immer ein Feindbild zu brauchen? Wie können sich Menschen wie Trump noch in den Spiegel schauen? Und wie beenden wir das dunkle Kapitel rund um Rechtspopulismus, Brexit, Trump & Co?

Winterzeit – Zeit- und Ölwechsel

Die Umstellung auf Winterzeit kam mir gerade recht um einen Ölwechsel bei der Rohloff-Nabe durchzuführen. Ich kann mir das so schlecht merken, wann ich den letzten machte. Damit haben wir schon mal einen Vorteil der Zeitumstellung.

Ich kann das Gewese um die Zeitumstellung nicht wirklich verstehen. Aber ich bin mir sicher, dass wir in ein paar Jahrzehnten kein Problem mehr damit haben. Könnten wir heute schon lösen: All die Uhren, die einen Kalender haben, oder gar am Internet kleben – kein Problem. Denn die Uhren könnten ja eigentlich ab der Sommersonnenwende jeden Tag ein bisschen langsamer laufen, um dann pünktlich zur Umstellung eine Stunde ‘falsch’ zu gehen. Dann könnten sie wieder ein wenig schneller…. Das merk kein Mensch 🙂

km 20.000

Die 20.000 km sind voll, seit Mai 2013 fahre ich damit. Ich habe den Eindruck alles, was halbwegs von minderwertiger Qualität war ist kaputt gegangen, wurde ausgetauscht, und macht nun keinen Ärger mehr. Denn abgesehen von Kette nachspannen und Bremsklötze tauschen ist alles in bestern Ordnung. Dann auf die nächsten 10.000 km…

Das Basketball Dilemma

Vor ziemlich 25 Jahren war ich ein Austauschschüler und mit meiner Klasse in Houston. Wir hatten ja damals nichts und in USA gab es alles. So kaufte ich von meinem bescheidenen Taschengeld Jeans (ich weiß heute noch, dass ich $30 zahlte, was unverschämt billig war), einen Softballschläger…. und einen Basketball.

Ehrlicherweise spielte ich mit dem vielleicht ein paar wenige Male – aber seit 25 Jahren hat er jeden Umzug mitgemacht. Und war immer noch tadellos. Letztes Jahr hab ich ihn einem Nachbarsbub ausgeliehen. Keine Ahnung, ob er ihn zurückbrachte. Doch heute morgen, als ich 5km von zu Hause einen Schüler mit meinem Rad überhole, sehe ich MEINEN Ball auf einem Gepäckträger. Ich war sehr perplex, wollte eine Vollbremsung einlegen und den fremden Bub zur Rede stellen. Dann dachte ich wiederum – nein, kann ich doch nicht machen. Und dann: Was hab ich davon, wenn ich mir den Ball wieder hole und zurück in den Keller verfrachte? NIchts. Ich dachte an die Idee mit den ausgelesenen Büchern, die nette Menschen rumliegen lassen (so was kommt in München nicht vor). Und da gefiel mit der Gedanke besser, dass ein ca. 10 Jähriger Spaß mit meinem 25 Jahre alten Ball hat.

Elektroautos, Elektromobilität

Man kann nicht gerade behaupten die Deutschen wären vorn dabei, wenn es um Elektromobilität geht (PKWs). Während in Ländern wie Norwegen bei den Neuzulassungen bis zu 18% der Zulassungen Elektroautos sind, reden wir in Deutschland von 0.2% (April 2016). Warum sind es nicht mehr? Vielleicht, weil sich viele Mythen um Elektroautos hartnäckig halten. Oder hättet ihr gedacht, dass es nur schlappe 3 Mal so viele Benzintankstellen wie Elektrotankstellen gibt? Oder dass eine Batterie gerne mehrere 100.000 km hält? Das man die Batterien innerhalb von 30 Minuten auf 80% der Kapazität laden kann?

Und ich rede hier noch nicht einmal davon, dass sie Spaß machen. Hier geht es zum Blogpost, Mythen um die Elektromobilität. Ich versuche auf ein paar der hartnäckigen Argumente einzugehen.

Ach ja, Spaß machen sie auch, z.B. das Wettrennen einer Boing 737 gegen einen Tesla.

km 17000

Zum Ende des Jahres hat mein Radl die 17000km geschafft. Nicht mit einer Weltreise, das Rad hat bisher nur die Stadt gesehen. Die Beleuchtung, der Frontscheinwerfer hat eine Macke bekommen. Standlicht geht nicht mehr und die Kabelschuhe für das Rücklicht einen Wackler. Das ist nach so vielen km wohl akzeptable. Ach ja, Ölwechsel gab es auch mal wieder. Dann shoppe ich mal den Luxos B Senso Plus 70 Lux