{"id":285,"date":"2017-09-04T22:47:17","date_gmt":"2017-09-04T20:47:17","guid":{"rendered":"http:\/\/hever.de\/?p=285"},"modified":"2017-09-04T22:47:17","modified_gmt":"2017-09-04T20:47:17","slug":"braunkohlequatsch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hever.de\/?p=285","title":{"rendered":"Braunkohlequatsch"},"content":{"rendered":"<p>Erstaunlich. Politiker und B\u00fcrger argumentieren dieser Tage viel, dass Elekroautos in der Breite umweltsch\u00e4dlich und unrealistisch w\u00e4ren, der Strom m\u00fcsse ja irgendwoher kommen und dann w\u00e4re es Braunkohlestrom. Braunkohle? Fantasielos.<\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte hier aufzeigen, dass das kompletter Bl\u00f6dsinn ist. Wenn ich Verschw\u00f6rungstheoretiker w\u00e4re, k\u00e4me ich noch auf andere Ideen, aber ich denke es ist kleingeistiger, von Lobbyisten diktierter, kurzsichtig gedachter Quatsch.<br \/>\nUm vorwegzugreifen: ich bin der Meinung dass Elektroautos sehr wohl mit regenerativen Energie betrieben werden k\u00f6nnen und dass die B\u00fcrger bzw. Besitzer dabei sogar eine Menge Geld sparen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst, die Personen scheinen keine Ahnung zu haben wovon sie reden, schon gar nicht von Physik.<br \/>\nEin paar Gedanken, die das illustrieren:<\/p>\n<ul>\n<li>W\u00fcrden alle Autos in Deutschland mit Strom fahren, der Anteil der Autos am Stromverbrauch der Deutschen w\u00e4re ca 20%. Also eine Gr\u00f6\u00dfenordnung die nicht komplett schockt, vor allem da wir in vielen anderen Bereichen auch Energie bzw. Strom sparen k\u00f6nnten. Und leider passiert das ja nicht \u00fcber Nacht. Wir haben nicht mal die 1% geknackt.<\/li>\n<li>Elektroautos sind effizienter: Ein Elektroauto braucht zwischen 12 und 23kW\/h pro 100km &#8211; und das sind die realistischen Werte, nicht die Dieselverbauchswerte im Katalog. Umgerechnet in Benzin oder Diesel entspricht das 1 &#8211; 2l pro 100km. Das liegt auch daran, dass Elektroautos Energie zur\u00fcckgewinnen, falls der Fahrer die Geschwindkeit reduziert, also bremst. Ein Auto bei dem der Tank beim Rollen voller wird. Bis zu 1\/3 der Energie wird so zur\u00fcckgewonnen. Bei einem Diesel\/Benziner bleibt nichts au\u00dfer W\u00e4rme und abgenutzte Bremsscheiben. Auch sind Otto\/Dieselmotoren nie gleich ineffizient &#8211; je nach Drehzahlbereich schlecht oder ganz schlecht. Paradoxerweise erzielt man gerade im Stadtverkehr die niedrigen Verbrauchswerte.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die andere traurige Einsicht betrifft die Kurzsichtigkeit vieler Politiker, den Lobbyisten kann ich sie ja nicht vorwerfen, das ist ihr Job: Aber Politiker sollten unsere Gesellschaft in die Zukunft f\u00fchren.<\/p>\n<p>Bedenken nennen sie n\u00e4mlich auch bei der Wind- und Solarenergie: &#8220;wir k\u00f6nnen den Strom ja nicht speichern&#8221;.<\/p>\n<p>Merkt ihr was? Genau: 40 Millionen Elektro-Kfz k\u00f6nnten 1600 Megawattstunden Strom speichern (bei 40kW\/h Batterien im Durchschnitt). Und diese Kfz stehen die meiste Zeit.<br \/>\nAuf vielen der D\u00e4cher der Einfamilienh\u00e4user oder auch Doppelhaush\u00e4lften lassen sich Solarzellen (Photovoltaik) installieren, die gen\u00fcgend Energie f\u00fcr 2-3 Autos liefern, die damit pro Jahr 20.000km fahren k\u00f6nnen. Grob 15qm Solarfl\u00e4che (eine Parkfl\u00e4che) pro Auto reichen. Und es ist keineswegs so, dass wir die Republik mit Photovoltaik zupflastern m\u00fcssten. Aber w\u00fcrden wir das machen &#8211; es w\u00e4re eine Fl\u00e4che von 25km x 25 km reicht. Aber keine Angst, es gibt gen\u00fcgend Geb\u00e4ude und nat\u00fcrlich andere regenerative Energietr\u00e4ger.<\/p>\n<p>Zu den Kosten &#8211; genau, das kommt dann immer als n\u00e4chstes. Das Schimme: Mit dem Argument &#8220;das k\u00f6nnen sich normale B\u00fcrger nicht leisten&#8221;: eine solche Anlage kostet um die \u20ac15.000 und h\u00e4lt min. 30 Jahre. 30 Jahre bei aktuellen Dieselpreisen mit 6l\/100km verfahren kostet bei 20.000km um die 50.000\u20ac. Selbst wenn man tags\u00fcber nicht zu Hause ist und man deswegen nicht tanken kann solange die Sonne scheint, w\u00fcrde sich noch ein Stromspeicher f\u00fcr weiter \u20ac10.000 locker lohnen. Der speichert den Strom zwischen und wenn das Auto da ist, l\u00e4dt man mit dem Speicher das Auto. Die haben einen Wirkungsgrad von 95%. Wer das Geld nicht hat &#8211; es gibt Darlehn und F\u00f6rderung von der KfW. Nun, statt das Geld zu sparen investieren die B\u00fcrger der heutigen Realit\u00e4t weiter in die Automobilindustrie und bezahlen brav Steuer auf Treibstoff.<\/p>\n<p>Der Hurrikane Harvey in Housten ist wirklich nicht sch\u00f6n. Vermehrte Umweltph\u00e4nomene wie ihn sehen wir dank Klimaerw\u00e4rmung wahrscheinlich h\u00e4ufiger. Umso wichtiger ist es CO2-Emissionen einzud\u00e4mmen. Da dies weder ein technisches, noch ein \u00f6konomischens Problem zu sein scheint, ist das wahre Problem hier zu suchen: &#8220;Bewahrer&#8221;, die lieber verdr\u00e4ngen, oder denen Lobbyverb\u00e4nde wichtiger sind, als das Wohl der B\u00fcrger.<br \/>\nDas r\u00e4cht sich mehrfach: nat\u00fcrlich an der Umwelt, aber auch bei den Jobs. Denn je l\u00e4nger wir das Thema Elektromoblit\u00e4t verschlafen, vor uns herschieben, umso unwahrscheinlicher wird es, dass eine der gro\u00dfen deutschen Branchen konkurrenzf\u00e4hig bleibt. VW, Mercedes und BMW sind die Nokias von morgen. Vor \u00dcberheblichkeit strotzend und aus Investionsscheu, mangelnder Risikobereitschaft gel\u00e4hmt. Und unsere Politiker und wir B\u00fcrger\/W\u00e4hler sind deren Gehilfen.<br \/>\nZeit, das zu \u00e4ndern.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Erstaunlich. Politiker und B\u00fcrger argumentieren dieser Tage viel, dass Elekroautos in der Breite umweltsch\u00e4dlich und unrealistisch w\u00e4ren, der Strom m\u00fcsse ja irgendwoher kommen und dann w\u00e4re es Braunkohlestrom. Braunkohle? Fantasielos. Ich m\u00f6chte hier aufzeigen, dass das kompletter Bl\u00f6dsinn ist. 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