Category Archives: Nur mal so

Home Office Survival Guide

Covid stellt vieles auf den Kopf. So auch meine Zeit im Home-Office. Während ich vor März vielleicht einen Tag alle zwei Wochen zu Hause arbeitete, ist es nun invers: alle 14 Tage Büro. Das klappt viel besser als ich und so mancher andere vermutet hätte, bedarf aber auch einiger Anpassungen, die ich gern teile. Ich bin mir sicher, dass ich auch nach Covid nachhaltig mehr im Home-Office arbeiten werde, und viele andere auch. Das spart Zeit, Pendelei, CO2 und Stress und erlaubt Flexibilität um berufliches und privates besser zu organisieren.
Wenn ich mir eines für nach Covid wünsche, dann gehört es gewiss dazu, dass wir nicht komplett in die Zeit davor zurückfallen. Wir haben gelernt, dass entgegen der Erwartungen ein Arbeiten von zu Hause für viele Jobs und Mitarbeiter gut funktioniert.

Exzessive Nutzung von Video-Konferenz Tools: Wenn man sich schon nicht in Besprechungsräumen begegnen darf, so ist es wichtig die Kommunikation wenigstens mit Video zu ergänzen. Was vorher primär in Besprechungen und Telefonkonferenzen läuft, passiert nun in Videokonferenzen. Doch auch abseits von geplanten Besprechungen ist es wichtig gemeinsam Zeit miteinander zu verbringen – im Zoom-Meeting. Das nebeneinander her arbeiten wie im Büro lässt sich noch besser in der Videokonferenz machen, denn man kann sich jederzeit verabschieden um etwas in Ruhe und konzentriert zu erledigen.
Insbesondere wenn man alleine lebt und der Beruf einen guten Teil der sozialen Kontakte ausmachen, ist es sicher sinnvoll Kollegen via Video zu treffen und soziale Kontakte zu pflegen.

Häufigkeit der Suchen nach ‘Zoom’ bei Google
  • Einrichten eines Video Teamraums in den man jederzeit rein und raus kann, je nachdem ob man Gesellschaft sucht, spontan etwas klären möchte oder einfach mal Spaß haben möchte.
  • Auch Gespräche zu zweit per Video.
  • Am Besten mit einem bequemen Headset da die Audio besser ist.

Zeit für Sonne und Bewegung einplanen: Meinen Weg zum Büro lege ich mit dem Fahrrad zurück. Das erfüllte nicht nur den Zweck ins Büro zu kommen, sondern sorgte dafür, dass ich mindestens eine Stunde am Tag Bewegung und frische Luft hatte. Wenn zwischen Bett und Arbeit nur wenige Meter liegen muss man Zeit für Bewegung einplanen, vor der Arbeit, danach oder einfach in der Mittagspause. Ein Vorteil wenn man einfach mal eine Stunde Pause machen kann um laufen zu gehen.

Equipment: Wenn man dauerhaft zu Hause arbeitet, sollte die Ausrüstung passen. Natürlich der Internetanschluss genauso wie ein guter Bürostuhl, großer Monitor, Licht usw.
Als Team sollte man sich auf Tools einigen, die die virtuelle Zusammenarbeit erleichtern. Dazu zählen Sharepoints für das Teilen von Dokumenten und Infos oder ein Team-Chat wie Slack, MS Teams o.ä.. Gerade ein Team-Chat ist wichtig, so dass alle auf dem Laufenden bleiben und Information für alle verfügbar gemacht wird.

Vorteile nutzen:

Effizienz: Im Home-Office kann man konzentriert und sehr produktiv arbeiten. Am Besten Zeit einplanen für konkrete Tätigkeiten mit einem Ziel. Das erfolgreiche vorankommen motiviert. Also ruhig mal ausklinken aus einem Videokonferenzmarathon und als Ausgleich an einem Thema dran bleiben.

Work-Life: Auch das Abholen von den Kids am Mittag macht Spaß, eine Runde laufen gehen oder den DHL-Mann glücklich machen, wenn die Leute endlich mal zu Hause sind.

Jobmarkt: Eine große Möglichkeit besteht auf darin, Mitarbeiter aus aller Welt ins Team zu rekrutieren. Wenn man sich vorher auf ein Einzugsgebiet beschränkte und es für Menschen bedeutete für einen Job umzuziehen, ist das nun einfach nicht mehr notwendig. Denn wenn das ganze Team die meiste Zeit zu Hause und vernetzt arbeitet, spielt es keine Rolle von wo aus man arbeitet.

Nachteile überwinden:

Als Team kann man sich schon auseinander bewegen. Insbesondere, wenn man sich nur zu konkreten Anlässen und Diskussionen trifft. Ein Team-Workshop funktioniert auch virtuell. Oder ein geplanter Kaffeetratsch. Geplante Nicht-Produktivität stellt einen wichtigen Ausgleich dar. Wenn es möglich ist, sich im Büro zu treffen, hilft es sich gemeinsam zu verabreden und auf einen gemeinsamen Tag im Büro zu einigen, um die sozialen Kontakte aufzufrischen. Dann aber auch unbedingt so planen und nicht den Bürotag mit Videokonferenzen verbringen.

Coronakrisenkoma

Corona hat fürchterliche Folgen. Menschen sterben und viele verlieren ihren Job und Einkommen. Interessant finde ich jedoch auch die folgenden Überlegungen: Warum trifft uns das so hart? Und wenn wir schon nichts gegen die negativen Konsequenzen machen können, was bieten sich für Chancen?

Ursachen

Die Globalisierung trifft uns mehrfach. Sie trug zur Verbreitung des Virus bei. Doch auch die wirtschaftliche Verflechtung, Abhängigkeiten und verwobene Logistik bedeuten, dass die Auswirkungen auf unser aller Wohlstand groß sein werden.

Unser Wohlstand baut auf Wachstum. Mit unser meine ich nicht nur den der Europäer oder ‘westlichen Welt’, sondern auch der Chinesen und den vielen anderen Nationen, die vom wirtschaftlichen Wachstum profitierten. In einer Welt ohne Wachstum droht vieles zu kollabieren was lange selbstverständlich war. Mehr Wachstum gleich mehr Wohlstand gleich mehr Konsum und so weiter.

Und damit zu den Chancen.

Aus einer langfristigen Perspektive ist die Klimakatastrophe eine größere Bedrohung als Corona. Wachstum und Wohlstand sind auch für den immer größer werdenden CO2-Fußabdruck der Menschen verantwortlich. Wahrscheinlich unterlag nicht nur ich dem Irrtum, dass ein Umstieg von fossilen Energieträgern ausreicht. Als ich vor ein paar Wochen meinen CO2 Ausstoß abschätzte wurde mir klar, dass das größte Problem, zumindest bei mir, der Konsum ist – und bleibt. 

Wir als Gesellschaft müssen Modelle finden, die mit weniger Konsum funktionieren. Wir müssen ein Modell finden bei dem trotz weniger Konsum zunehmender Wohlstand möglich wird, gerade auch für Kontinente wie Afrika. Eine Kopie des Modells das wir bis jetzt fuhren ist nicht skalierbar. 

Wir können jetzt lernen und erproben was Alternativen wären. Corona zwingt und Alternativen zu finden. Denn wahrscheinlich wird die globale Wirtschaft in ein Koma versetzt und damit die bisherigen Mechanismen ausgesetzt. 

Nun ist es Zeit Alternativen zu finden und zu etablieren. Corona werden wir überstehen und wenn wir klug sind, werden wir daraus Lehren ziehen und Verhalten nachhaltig anpassen. Vieles was wir lange hätten ausprobieren sollten tun wir jetzt: weniger pendeln, mehr Home-Office. Zu Hause bleiben, wenn man krank ist, bevor man andere ansteckt. Digitalisierung in der Schule. Und hoffentlich finden wir noch weitere Verhaltensweisen, die wir erfolgreich ausprobieren und die wir auch nach Corona beibehalten.

Ein Jahr Solarstrom

Seit November 2017 haben wir eine 10kW(p) Solaranlage auf dem Dach. 10kW ist die wahrscheinlich übliche Größenordnung, da der Gesetzgeber sich mal dachte, dass eine höhere Leistung anders vergütet und besteuert werden muss. Aus meiner Sicht eine unötige Grenze, denn das Dach hätte auch noch 20% mehr hergegeben und jeder von euch kann sich mit den Daten im Artikel ein Bild machen, in wie fern man das was hier geschieht als gewerblich betrachten kann.

Nun sind es 17 Module Richtung Südwesten und 18 Richtung Nordosten geworden. Jedes dieser Module kann kanpp 300W Strom erzeugen – wenn die Sonne brennt.
Neben der Deckung des Hausstroms, laden sie unsere Elektroautos und natürlich speisen wir den überschüssigen Rest ein. Nach einem Jahr war ich neugierig, wie nah die Prognosen mit der Realität übereinstimmten und inwiefern sich eine solche Anlage rentiert. Die Kurzfassung: Ökonomisch wird sich das über die Lebenszeit schon rechnen, also die Kosten werden nach ca. 20-30 Jahren gedeckt sein. Die Anlage hat 25 Jahre Garantie, und die Module halten gewiss noch einige Jahre länger.
Aber die Motivation war nicht das Geld sparen – was  leider auch auf die E-Autos zutrifft. Es soll ein sinnvolles Investment sein, dass sich vor allem ökologisch auszahlt. Dass sich das nicht besser rechnet, liegt aus meiner Sicht vor allem daran, dass die wahren Kosten von fossilen Brennstoffen zu niedrig sind. Folgekosten werden nicht ausreichend eingerechnet.

Die Bilanz: 2018 hat die Anlage 9765Wh Solarstrom produziert, 6% mehr als simuliert. Der Stromverbrauch war insgesamt 8481kWh. Das klingt fast

Stromproduktion
Stromproduktion

so, als hätten wir keinen Netzstrom benötigt, was in den Sommermonaten auch zutrifft. Doch in den Monaten November bis Februar sieht es dafür sehr düster aus, sprich >80% des Strombedarfs mussten über das Netz gedeckt werden.
Vom Verbrauch entfielen ca. 3500kWh auf das Haus, ca. 5000kWh auf die Elektroautos. Anmerkung: es gibt 2 Ladenpunkte und im Diagramm ist eine als Wallbox aufgeführt, die andere ist im Hausstrom enthalten

Stromproduktion- und Verbrauch
Stromproduktion- und Verbrauch

Das besondere: die Batterie, ein dezentraler Stromspeicher

Die Anlage speichert bis zu 10kWh in einem Akku. Damit erhöht sich der Eigenverbrauchsanteil am Solarstrom. Man kann also tagsüber überschüssigen Strom speichern, statt ihn einzuspeisen und ihn dann Nachts oder am Tag darauf, falls die Sonne nicht so scheint, verbrauchen. 2018 waren das 1983kWh, also 20% des erzeugten Stroms. An Sommertagen ist die Batterie Vormittags schon wieder geladen und Nachts verbrauchen wir nur die Hälfte der Kapazität. Im Winter reicht der Strom nicht mal um den Eigenverbrauch zu decken, sprich geladen wird eher selten. Daraus kommt eine Mischkalkulation: Die Eigenstromquote war 56% (4952kWh Eigenstrom aus Solar / 8481kWh Gesamtstromverbrauch). Ohne Batterie wären es 35% gewesen.

Autarkie

Die Autarkie besagt zu welchem Grad man unabhängig vom Netzstrom ist. Damit ist nicht die kurzfristige Autarkie gemeint. Die Batterie kann einen Stromausfall überbrücken. Aber das kommt ja fast nie vor und ist eher ein Beiprodukt.

Die Autarkie lag bei 58%, ohne Batterie wären statt der 42% Netzbezug 65% aus dem Netz bezogen worden, fast 2MWh mehr. Wenn man kein Elektroauto hat, würde man eine höhere Autarkie erreichen. Aber wenn man dann mit dem Verbrenner durch die Gegend fährt, ist das kein wirklicher Gewinn… (das beste ist natürlich gar kein Auto zu haben). Und mit den Elektroautos lässt sich der Energieverbrauch besser an die Erzeugung anpassen – wenn die Sonne scheint, wird geladen.

Autarkie
Autarkie

März bis September war die Autarkie am meisten ausgeprägt. Mai und Juni wurden gerade mal um die 7% des Stroms durch Fremdstrom gedeckt. April bis September immer noch unter 10%. Doch im Dezember bis zu 86% Fremdstrom. Zum Glück kommt dann Strom aus dem Netz….

Autarkie
Autarkie

Kosten

Theoretisch haben wir 4951kWh gespart, also um die €1300. Eingespeist wurden 3862kWh, also eine Einspeisevergütung von €460. Da kommen jedoch noch Abgaben drauf, ich rechne mal mit €250. Bleiben €1510 jährliche Ersparnis.
Gekostet (alles Brutto) hat die Anlage um die €35000, der Speicher war teuer, ca. ein Drittel davon. Der Stromspeicher hat ca. €500 an Stromkosten gespart. Aber der überschüssige Strom wäre dann auch verkauft worden, bleiben also nur €250.  Sprich die Batterie ist damit eher gut für die ‘Autarkie’ und weniger ökonomisch (aber ökologisch?), denn sie rechnet sich erst in ca. 30 Jahren, wenn überhaupt – und so lange hält sie wahrscheinlich auch nicht.
Aber abbezahlt hat sich die Anlage (wenn wir mal Zinsen vergessen) in ca. 23 Jahren, trotz des Stromspeichers.

Fazit

Bereuen würde ich diese Ausgabe nie, denn damit lassen sich ca. 5 Tonnen CO2 Emissionen einsparen – pro Jahr, auch wenn ich vorher Ökostrom bezogen habe – nun bleibt mehr davon für andere Verbraucher übrig. Wenn ihr ein Dach habt, nutzt es.

Die Batterie rechnet sich eher nicht. Die Autarkie mittels LiIon-Speicherbatterie dezentral zu speichern ist zumindest vorerst aus meiner Sicht nicht wirtschaftlich. Wahrscheinlich machen größere zentrale Speicher mehr Sinn. Vor allem wenn man Elektroautos hat, die tagsüber oft geladen werden können, lässt sich damit die Eigenstromquote gut erhöhen.
Ein toller Effekt war das veränderte Verhalten bei der Stromentnahme: Wir waschen wenn die Sonne scheint, laden das Auto, wenn die Sonne scheint. Und wenn sie nicht scheint – das Auto muss ja nicht immer voll geladen herumstehen. Damit lässt sich bis Ende Oktober der Stromverbrauch optimieren um sich an das Erzeugungsprofil von Solarstrom anzupassen. Doch für den Winter muss man sich in Deutschland auf jeden Fall auf andere Energieträger verlassen. Wie z.B. Wind. Nur Solar – das geht in diese Breitengraden vor allem wegen der Wolken und dem Schnee nicht. Schön wäre, wenn sich mein Stromspeicher lädt, falls der Stromversorger im Winter ein wenig Windstrom zu viel über hat, und die Autos dann geladen werden. Mit einem echten Smart Grid ist da noch viel möglich. Klar ist aber auch, dass wir über Solar und Wind hinaus denken müssen.

Über den Aspekt der Regulierungswut des Gesetzgebers habe ich mich mal zurückgehalten. Das kann auch große Entusiasten ausbremsen – und das möchte ich ja nicht. J

Feinstaub

Die CDU hadert mit dem Thema Fahrverbot in Städten bei Überschreitungen beim Feinstaub. Verwunderlich ist das nicht. Aber als Fahrradfahrer fällt es schwer das zu verstehen, oder ich sollte wohl lieber akzeptieren sagen. Schließlich helfen wir Radler, die Belastung zu verringern, leiden aber an den Konsequenzen mehr als die Autofahrer, die schön in Ihrer Blechkiste sitzen. In Stuttgart wurde der Grenzwert in diesem Jahr 41 Mal überschritten (Umweltbundesamt), das Tagesmittel liegt bei 41µg, die WHO sieht den Grenzwert bei 20µg. Und dennoch werden Dieselfahrzeuge quasi subventioniert (47,04 Cent Diesel verglichen mit 65,45 Benzin). Ist dem Autofahrer wohl nicht zumutbar… Andere Länder sind da weiter. Die Fahrverbote würden die Probleme vielleicht nicht wirklich lösen, aber transparenter machen und den Umstieg auf ÖPN oder Elektro (oder Fahrrad) sicherlich beschleunigen.

Trump ist noch nicht das Ende

Trump ist schlimm. Noch schlimmer ist die Aussicht, dass ähnliches bei uns in Deutschland passieren kann. Es gibt viele Parallelen. Das ist mir auch aufgefallen, als ich letztens ‘This American Life’ hörte, ein Podcast in dem geschildert wurde, wie verloren sich einige Republikaner fühlen, da Bürger sich für rassistische Vorhaben begeistern lassen und erwarten, dass ihre Partei diese Richtung vertritt, so wie Trump.

Populisten nähren Angst, Hass und Fremdenfeindlichkeit, aufbauend auf einem Konstrukt aus Lügen und Desinformation. Dagegen sind auch wir in Europa nicht immun: Pegida und AfD zeigen das – oder Brexit. Eine Strategie sich davon zu distanzieren klingt vertraut: Das haben einige Republikaner auch mit Trump versucht. Sich als Elite zu distanzieren ist keine Lösung, sie befeuert die Trotzreaktion um so mehr. Siehe Hillary.
Ich hoffe, dass die deutschen Parteien, die Medien und die Gesellschaft den Kurs wechseln und mehr zuhören. Anstatt die Debatten und Ängste zu ignorieren müssen wir uns damit auseinandersetzen. Und das heißt wirklich nicht eine Grenze bei der Zuwanderung. Dass die Ängste nicht begründet sind ist kein Argument das funktioniert, leider. Das zeigt auch Mecklenburg-Vorpommern, ein Bundesland mit einem Ausländeranteil von 3.7%, dem zweit niedrigsten im Bund. Ansonsten wird die AfD eine Mehrheit im Bundestag haben – das fände ich noch beängstigenderer als ein Amerika mit Trump. Und nach der Wahl zu reagieren klingt schon jetzt nach einem hilflosen Unterfangen.
Warum gehen junge Wähler nicht wählen und bilden einen Gegenpol? Warum scheint die Bevölkerung immer ein Feindbild zu brauchen? Wie können sich Menschen wie Trump noch in den Spiegel schauen? Und wie beenden wir das dunkle Kapitel rund um Rechtspopulismus, Brexit, Trump & Co?

Winterzeit – Zeit- und Ölwechsel

Die Umstellung auf Winterzeit kam mir gerade recht um einen Ölwechsel bei der Rohloff-Nabe durchzuführen. Ich kann mir das so schlecht merken, wann ich den letzten machte. Damit haben wir schon mal einen Vorteil der Zeitumstellung.

Ich kann das Gewese um die Zeitumstellung nicht wirklich verstehen. Aber ich bin mir sicher, dass wir in ein paar Jahrzehnten kein Problem mehr damit haben. Könnten wir heute schon lösen: All die Uhren, die einen Kalender haben, oder gar am Internet kleben – kein Problem. Denn die Uhren könnten ja eigentlich ab der Sommersonnenwende jeden Tag ein bisschen langsamer laufen, um dann pünktlich zur Umstellung eine Stunde ‘falsch’ zu gehen. Dann könnten sie wieder ein wenig schneller…. Das merk kein Mensch 🙂

Das Basketball Dilemma

Vor ziemlich 25 Jahren war ich ein Austauschschüler und mit meiner Klasse in Houston. Wir hatten ja damals nichts und in USA gab es alles. So kaufte ich von meinem bescheidenen Taschengeld Jeans (ich weiß heute noch, dass ich $30 zahlte, was unverschämt billig war), einen Softballschläger…. und einen Basketball.

Ehrlicherweise spielte ich mit dem vielleicht ein paar wenige Male – aber seit 25 Jahren hat er jeden Umzug mitgemacht. Und war immer noch tadellos. Letztes Jahr hab ich ihn einem Nachbarsbub ausgeliehen. Keine Ahnung, ob er ihn zurückbrachte. Doch heute morgen, als ich 5km von zu Hause einen Schüler mit meinem Rad überhole, sehe ich MEINEN Ball auf einem Gepäckträger. Ich war sehr perplex, wollte eine Vollbremsung einlegen und den fremden Bub zur Rede stellen. Dann dachte ich wiederum – nein, kann ich doch nicht machen. Und dann: Was hab ich davon, wenn ich mir den Ball wieder hole und zurück in den Keller verfrachte? NIchts. Ich dachte an die Idee mit den ausgelesenen Büchern, die nette Menschen rumliegen lassen (so was kommt in München nicht vor). Und da gefiel mit der Gedanke besser, dass ein ca. 10 Jähriger Spaß mit meinem 25 Jahre alten Ball hat.

Mitgliedsbeitrag im Edeka

Ich hatte einen Traum: ich ging im Edeka zur Kasse mit einer Handvoll Lebensmittel und als die Kassiererin meinte, das mache €40-irgendwas musste ich vor Überraschung etwas zu laut protestieren: “Nein, das kann nicht sein!”.
Die Kassiererin erklärte mir dann brüskiert, es handele sich bei dem Edeka um eine Neueröffnung und man ziehe einen Jahresbeitrag von €10 ein. “Das machen ja andere auch, wie z.B. Online-Unternehmen, sowas wie Amazon Prime.”

Ich war so sprachlos, dass ich in dem Moment aufwachte, wollte die Szene aber eigentlich noch fertig träumen. Zu gern wüsste ich, wie das ausgeht.

Wahlwerbung und der verfassungsrechtliche Auftrag geistigen Dünnschiss auf Plakate zu drucken

Vielleicht sind euch kürzlich auch die ein oder anderen Wahlplakate auf die Nerven gegangen. Nachdem ich jeden Tag 40km auf dem Rad durch München fahre, komme ich an ca. 400 Wahlplakaten vorbei. Die Mehrheit davon mit überaus wertvollen Beiträgen von Parteilen wie ‘Die Republikaner’.

Natürlich könnte ich mit dem Seitenschneider die Plakate abknipsen und runterholen. Mühsam und auch nicht sauber. Also wagte ich den Versuch einer Petition an den Deutschen Bundestag mit der Bitte der Belästigung von Bürgern ein Ende zu bereiten, auch unter dem Hinweis, dass das Internet vielleicht das bessere Medium wäre um differenziert zu informieren.
Große Chancen gab ich dem Unternehmen nicht. Aber ich durfte eine Überraschnung erleben, denn ich hätte nicht gedacht, dass mein Anliegen derart sorgfältig geprüft würde.
Klar, er wurde abgelehnt, daran ändert die Gründlichkeit auch nichts, auch wird es in Zukunft nicht an Plakaten mangeln. Aber ich werde sie nun mit etwas mehr Lässigkeit betrachten können.

Dank der Argumentation des Antwortschreibens werde ich auch den größten Dreck einer Nazipartei als Beweis einer großartigen demokratischen Idee werten können. Nein, ich werde den Dreck sogar als Ausdruck des “verfassungsrechtlichen Auftrags” dieser ‘Spinner’ verstehen. So habe ich das bis dato tatsächlich nicht gesehen.
Auszüge aus der Antwort des Petitionsausschusses:

“… Wahlwerbung für eine „gezielte” Stimmabgabe ist in einer „Massendemokratie” für das Funktionieren einer Wahl unerlässlich. Sie richtet sich nicht gegen die Entschließungsfreiheit der Wähler, sondern macht diese vielmehr grundsätzlich erst möglich. Durch den Wahlkampf kann der Wähler die Programme undZielsetzungen der Wahlbewerber kennenlernen und zur Wahlentscheidung bewegt werden.Entsprechend sind die Parteien in der Führung und Ausgestaltung von Wahlkämpfen grundsätzlich frei. Für sie besteht nach Artikel 21 Abs. 1 Satz 1 Grundgesetz (GG) sogar ein verfassungsrechtlicher Auftrag, an der politischen Willensbildung des Volkes mitzuwirken. Diese Mitwirkung erfolgt nach § 1 Abs. 2 Parteiengesetz insbesondere u. a. dadurch, dass die Parteien auf dieGestaltung der öffentlichen Meinung Einfluss nehmen, die aktive Teilnahme der Bürger am politischen Leben fördern, sich durchAufstellung von Bewerbern an den Wahlen in Europa, Bund, Ländern und Gemeinden beteiligen und die von ihnen erarbeiteten politischen Ziele in den Prozess der staatlichen Willensbildung einführen.Wahlwerbung steht daher dem verfassungsrechtlichen Grundsatz der Freiheit der Wahl (Artikel 38 Abs. 1 Satz 1 GG) nicht entgegen. Vielmehr erfordert die vom Grundgesetz verbriefte freiheitliche Demokratie die ungehinderte Wahlwerbung sowie einenWahlkampf, in dem neben anderen Freiheitsrechten vor allem die ungehinderte öffentliche Meinungsäußerung und der Wahlwettbewerb der politischen Parteien gesichert ist (BVerfGE 44,125,145 f.; Butzer, in: Epping/Hillgruber [Hrsg.], Beck’scher Online-Kommentar GG, Artikel 38 Rn. 48). Daher ist in Wahlkampfzeiten die übliche Wahlwerbung der politischen Parteien erlaubt(vgl. OVG Münster, OVGE 18,1 ff.; Trute, in: v. Münch/Kunig, GG, Artikel 38 Rn. 44). Sie unterliegt mithin grundsätzlich weder nach Beginn und Dauer noch nach Art und Menge einer gesetzlichen Beschränkung. Bei der Ausübung ihrer wahlvorbereitenden Funktionen haben Wahlbewerber wie Parteien nur die allgemeinen Gesetze, etwa die Strafgesetze, das Versammlungsrecht oder – wie bei Wahlplakaten der Fall – straßenrechtliche Erlaubnisvorbehalte zu beachten.Die Sichtwerbung für Wahlen gehört heutzutage zu den zentralen Mitteln im Wahlkampf und ist zu einem wichtigen Bestandteil der Wahlvorbereitung in der parlamentarischen Demokratie geworden. Daher hat die höchstrichterliche Rechtsprechung schon seit Langem betont, dass Wahlsichtwerbung als gewissermaßenselbstverständliches Wahlkampfmittel durch gänzliche oder auchnur weitgehende Verweigerung vorgesehener straßenrechtlicherErlaubnisse nicht beschnitten werden darf. Bundesrecht gibtdemnach zumindest dem Grunde nach einen Anspruch auf Gestattung der Wahlsichtwerbung durch Parteien (vgl. nur BVerwGE 47, 280, 283 f.). Mit diesen klaren Vorgaben derhöchstrichterlichen Rechtsprechung wäre ein Verbot von Wahlsichtwerbung nicht zu vereinbaren. …”

Einmal Spotify und zurück

Vor ca. einem Jahr spielte ich mit Spotify, dem Musik-Streamingdienst und nachdem die Bibliothek wirklich umfangreich ist (zumindest für meinen Geschmack – ok, AC/DC fehlt) hab ich das Premiumabo genommen. 10 Euro im Monat und alles anhören und auch auf dem Handy mitnehmen können.

Mit dem Abo haben sich auch meine Hörgewohnheiten geändert:

  • Ich probierte viele neue Alben / Künstler durch. Hatte Alben durchgehört, die ich mir sonst nie gekauft hätte – und viele habe ich als Lieblingsalben bookmarkt, da ich sie Wiederhören wollte.
  • Dank der Biografie stöberte ich viel, verwandte Künstler, Künstler, die als prägend hervorgehoben wurden. Netter Zeitvertreib!
  • Ich kaufte dennoch immer hin und wieder ein Album – eines, das ich definitiv behalten wollte. Vor allem auch klassische Musik, denn die Auswahl ist bei Spotify meiner Meinung nach bescheiden.

Doch je länger ich das Abo hatte, desto mulmiger wurde mir:

  • Was passiert, wenn es irgendwann kein Spotify mehr gibt? Mal ehrlich: Kann ich mir vorstellen, dass ich in 20 Jahren noch Spotify nutze? Und wenn nein: Dann sind ja all meine virtuellen Alben…. weg.

Ich beschloss, das ganze ist einfach nur ein Mieten / Kaufen-Ding. Und in dem Fall, kaufe ich lieber, denn mal ehrlich: Ich habe wenig Lust mich irgendwann damit auseinanderzusetzen meine Lieblingsalben mir woanders wieder zu besorgen bzw. mehrfach zu bezahlen.